Pascal-Gymnasium stimmt für Bildungsstreik
03.06.2009 15:44 Uhr - (0 Kommentare)
Am heutigen Mittwoch haben Schülerinnen und Schüler des
Pascal-Gymnasiums in Münster über die Teilnahme am bundesweiten
Bildungsstreiks 2009 abgestimmt.
Von 777 Abstimmenden stimmten 643 (82,8%) mit Ja, 31 (3,9%) stimmten
mit Nein und 103 (13,3%) SchülerInnen haben sich enthalten. Damit haben
sich die SchülerInnen mit einer überwältigen Mehrheit für den Streik
ausgesprochen.
Drei Vollversammlungen
"Erst wollen wir euch erklären, was der Bildungsstreik ist, stellen euch die Forderungen vor und werden dann über die Teilnahme am Bildungsstreik abstimmen", sprach die SchülerInnenvertretung zu Beginn des Vollversammlungsmarathons in der Aula des Pascal-Gymnasiums. Insgesamt gab es drei, in Klassenstufen aufgeteilte SchülerInnen-Vollversammlungen, in denen der Bildungsstreik vorgestellt wurde.
Vorstellung des Bildungsstreiks
In der Vergangenheit hätte es zwar von Seiten der Studierenden Proteste gegen Studiengebühren und für ein gerechteres Bildungssystem gegeben. Auch ein Schulstreik habe stattgefunden, so die SchülersprecherInnen, an diesem habe Münster aber leider nicht teilgenommen. Nun sei deshalb Zeit gemeinsam auf die Straße zu gehen und für eine bessere Bildung zu demonstrieren. Dafür lohne es sich auch "Fehlstunden zu kassieren".
Schülervertretung stellt Forderungen vor
"Wir wollen die Korrektur von G8, die Abschaffung der Kopfnoten,
die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems, weniger Leistungsdruck
und qualifizierte LehrerInnen", so stellte die SchülerInnenvertretung
des Pascalgymnasiums den SchülerInnen die Forderungen vor. "Und wir
wollen mehr Mitbestimmung. Wir wollen die Drittelparität zurück."
Doch nicht nur die Schülervertretung, auch der Rektor des
Pascal-Gymnasiums kam während der Vollversammlung zu Wort: "Natürlich
hat jeder Mensch in Deutschland das Recht, zu demonstrieren. Allerdings
nicht uneingeschränkt und nicht in der Unterrichtszeit", sprach Rektor
Lübbering, und ergänzte: "Lehrer und Schüler können nicht einfach
streiken. Wer am Streik teilnimmt, muss mit Fehlstunden rechnen. Wir
sind dazu verpflichtet, ganz normal Unterricht anzubieten. Auch eure
Eltern können euch nicht entschuldigen", so Lübbering über die
Konsequenzen des Bildungsstreiks.
"Wenn alle gehen..."
Die SchülerInnen zeigten sich teilweise empört über diese Regelung.
Manche schlugen gar vor, die Schulordnung geschickt zu umgehen und die
Teilnahme am Bildungsstreik als Schulausflug zu deklarieren.
"Wenn wir alle zur Demonstration gehen und alle die
gleichen Fehlstunden haben, spielen die Fehlstunden keine Rolle mehr",
meinte ein an der Vollversammlung teilnehmender Schüler. "Außerdem gab
es bei der Demonstration gegen den Irak-Krieg auch keine Fehlstunden",
konterte die SchülerInnenvertretung.
SchülerInnenvertretung jubelt über Ergebnis
Die SchülerInnenvertretung freute sich über das
Abstimmungsergebnis. "Wir sind begeistert und freuen uns auf die
Demonstration am 17. Juni", so Joscha Thiele, Schülervertreter am
Pascal-Gymnasium.
Der letzte Schulstreik am Pascal-Gymnasium ist geschätzte 16 Jahre her.
In nächster Zeit werden auch am Annette von Droste-Hülshoff Gymnasium
und am Schiller Gymnasium Vollversammlungen und Abstimmungen über den
Bildungsstreik stattfinden.
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