SchülerInnen, Studierende und Gewerkschaften rufen zum Bildungsstreik auf

18.05.2009 18:09 Uhr - (0 Kommentare)

Heute haben SchülerInnen, Studierende und Gewerkschaften im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses eine Pressekonferenz abgehalten. Inhalt der Pressekonferenz war der geplante Bildungsstreik 2009. Vom Podium erläuterten die drei Gruppen, warum sie den Bildungsstreik unterstützen, schilderten fundamentale Probleme im deutschen Bildungssystem, präsentierten Lösungsvorschläge, den Stand der aktuellen Bildungsstreikorganisation und riefen für die Woche vom 15. bis 19. Juni 2009 zum Streik in allen Bildungseinrichtungen Münsters auf.
Pressekonferenz

Die SchülerInnen

"Die meisten von uns Gymnasiasten kennen keinen Hauptschüler", berichteten die SchülerInnen. "Die soziale Selektion ist also offensichtlich", meinten sie weiter. Ebenso kritisierten sie nicht nur den maroden Zustand der Schulgebäude, den Lern- und Konkurrenzdruck im Klassenzimmer und die Lehrmittelknappheit, sondern äußerten sich auch ausführlich über das Schul eigene Demokratiedefizit. "Wir wollen die Schule mitgestalten. Wir wollen die Drittelparität." Auch forderten sie bessere Pädagoginnen und Pädagogen, die Abschaffung von "G8" und die Beseitigung von Kopfnoten.

Studierende

Auch die Studierenden fanden für die Situation an den Hochschulen klare Worte und die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Gruppen wurden deutlich. Neben der Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren sprachen sie den enormen Druck an, unter dem die Studierenden der Bachelor-/Masterstudiengänge stehen. "Als ich an die Universität Münster kam, war nichts so, wie ich es mir vorstellte. Da ist keine Freiheit, keine Kreativität, keine Begeisterung", so der Student auf dem Podium. "Wir werden nicht gebildet, sondern verwaltet. Viele arbeiten nebenbei und die Zahl derer, die psychischen Krankheiten erleiden, steigt", beschrieb er weiter.

Die Studierenden forderten deshalb die Abschaffung des Bachelor/Master in der jetzigen Form. Ein sozial gerechtes BAföG und den Stopp des Abbaus von Studiengängen. Sie forderten mehr ProfessorInnen und DozentInnen, mehr Auswahl an Seminaren und weniger Bürokratie.

Gewerkschaften

Die Gewerkschaften sprachen die soziale Selektion im Bildungssystem an. AkademikerInnenkinder seien an den Hochschulen deutlich über repräsentiert. Die Förderung von Kindern aus finanziell und sozial benachteiligten Schichten bleibe weitgehend aus. Jedes Jahr verließen 80.000 Hauptschülerinnen und Hauptschüler die Schule ohne Abschluss und seien so automatisch abgeschrieben. Immer noch gebe es vier Millionen AnalphabetInnen. Die Bundesregierung müsse endlich viel mehr Geld für Bildung ausgeben. Die Zeit in der Bildung ein "Stiefkinddasein" friste, müsse enden, so der Vertreter der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Deshalb sei auch der Streik der Kindertagesstätten in Münster folgerichtig. Man werde versuchen, diese in den Bildungsstreik mit einzubinden.

Organisation des Bildungsstreiks

Insgesamt, so alle Beteiligten, komme die Organisation des Bildungsstreiks gut voran. Besonders überraschend sei die hohe Beteiligung der Schülerinnen und Schülern. Auch die Anzahl der bisher vernetzten Schulen sei beachtlich.

Die Studierenden waren optimistisch, dass auch an der Universität Münster die Studierenden verstärkt am Bildungsstreik teilnehmen werden. Bald würde die Mobilisierung in den Hörsälen beginnen. Auch sei die Planung für die Streikwoche vom 15. bis 19. Juni weit fortgeschritten. Mittlerweile hätten sich sogar ProfessorInnen dem Streik angeschlossen. Nun, so die Studierenden und SchülerInnen, müssten auch die Eltern folgen, weil auch sie "direkt von der Bildungsmisere betroffen sind".

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Themen: Bildungsstreik, Münster, Pressemitteilung, Schule, Uni

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