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Kritik und Forderungen


Dieses Papier haben alle derzeit in der Vorbereitung des Bildungsstreiks aktiven Studierenden zusammen erarbeitet. Es stellt eine Momentaufnahme dar, die weiter entwickelt und konkretisiert werden soll – vor allem während der Aktionswoche im Juni.

1) Selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck

Die Situation: Die neu eingeführten Bachelor- und Master-Studiengänge haben die Freiheiten in der Ausgestaltung des Studiums auf ein Minimum reduziert.
Es ist genau festgeschrieben, wann welche Veranstaltung zu besuchen und worin welche Prüfungsleistungen zu erbringen ist. In vielen Vorlesungen herrscht Anwesenheitspflicht; statt den Lernerfolg zu belohnen wird die physische Präsenz erzwungen. Die große Zahl von Pflichtveranstaltungen und Prüfungen führt zu Stress und massivem Leistungsdruck.
Fast alle Master-Studiengänge können nur zum Wintersemester begonnen werden. Verlängert sich ein Bachelor-Studium also nur um ein Semester, muss das Studium für ein halbes Jahr unterbrochen werden.
 
Unsere Forderungen:
 

2) Freier Bildungszugang und Abschaffung sämtlicher Bildungs-gebühren

Die Situation: Das Bildungssystem in Deutschland ist in hohem Maße sozial selektiv. Viele Studierende leiden unter finanziellen Belastungen, durch Studiengebühren verschärft sich diese Situation. Das schreckt häufig von der Aufnahme eines Studiums ab. Viele Menschen werden durch einen Numerus Clausus vom Studium ihrer Wahl abgehalten. Dramatisch ist dies auch dann, wenn nach dem Bachelor das aufbauende Master-Studium verwährt bleibt.
 
Unsere Forderungen:
 

3) Verbesserung der Studienbedingungen

 
Die Situation: Stetig nimmt das Organisationschaos zu. Bei der Bewerbung an der Uni kommt es zu zahlreichen Nachrückverfahren, die sich lange hinziehen. Die elektronische Prüfungsverwaltung QISPOS entwickelt ein Eigenleben: Noten verschwinden oder werden nicht eingetragen, Studierende müssen monatelang auf ihre Abschlusszeugnisse warten.
Nicht nur die Verwaltung führt zu mangelhaften Studienbedingungen. Überfüllte Seminare machen ein effektives Lernen fast unmöglich. In manchen Fächern ist es normal, dass Pflichtveranstaltungen wegen Überbelegung nicht einmal besucht werden können. An eine Auswahl nach Interesse ist auch aus diesem Grund kaum zu denken. 
 
Unsere Forderungen:
 

4) Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems

Die Situation: Die Hochschulen sind chronisch unterfinanziert. Durch projektbezogene Ausschreibungen erzeugt die Politik einen künstlichen Wettbewerb. Über die Vergabe von Drittmitteln erhält die Wirtschaft Einfluss auf Forschung und Lehre an den Hochschulen. Die Kulturhoheit der Länder verursacht einen Flickenteppich im ganzen Bildungssystem und behindert viele Reformprojekte.
Studiengebühren sollen die Lehre verbessern. Dieser Effekt findet jedoch praktisch nicht statt, da gleichzeitig die öffentliche Finanzierung der Lehre immer weiter eingeschränkt wird. Die sozialen Auswirkungen sind jedoch gravierend.
 
Unsere Forderungen:
 

5) Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung

Die Situation: Am 6.Februar 2008 hat die Demokratie an der Uni Münster mit der nicht öffentlichen Wahl des Hochschulrates durch den Senat einen Tiefpunkt erreicht. Das von nun an höchste Entscheidungsgremium hat 8 Mitglieder, davon 5 Externe. Studierende sind nicht vertreten.
Im Senat, dem zweithöchsten Gremium der Uni, sind Studierende mit 4 von 23 Stimmen deutlich unterrepräsentiert. Das hat leider Auswirkungen auf die Berücksichtigung studentischer Anliegen, wie sich deutlich in der Diskussion über Studiengebühren zeigte: Fragen studentischer Senatoren oder der Fachschaften wurden konsequent nicht beantwortet, tausende Protestierdende ignoriert.
 
Unsere Forderungen:
 
 

6) Vielfalt von Forschung und Lehre an der Uni

Die Situation: Die Möglichkeit, drei Fächer zu studieren, besteht bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr. Die Kombinierbarkeit der 2-Fach-Bachelor Fächer soll stark eingeschränkt werden. Kleine Fächer sind immer wieder in ihrer Existenz bedroht, da die Besetzung notwendiger Stellen verweigert wird.
Die Vielfalt der Forschung ist ebenfalls bedroht: Immer mehr Mittel werden im Wettbewerb vergeben, d.h. nur diejenigen Forschungsprojekte werden gefördert, die von GutachterInnen als förderungswürdig eingestuft werden. Dass dabei auch andere Kriterien als wiss. Fortschritt und Gemeinwohlorientierung angewandt werden, liegt auf der Hand. Unter solchen Entwicklungen leiden besonders kleine Fächer mit speziellen Forschungsfragen, Geisteswissenschaften und die Grundlagenforschung.
 
Unsere Forderungen:

 
Eine ausführliche Liste mit Problemen, Verantwortlichen, unseren Forderungen und den dazu gehörigen Begründungen findet ihr hier.
 

Termine

Regelmäßige Treffen
jeden Dienstag: Bildungsstreik-Plenum, 20 Uhr im AStA
Am 2.3. Inhaltsplenum im DGB-Haus


Schüler_innenplanungstreffen
Jeden Samstag um 14 Uhr im Club Courage (Friedensstraße 42)


Ak Programmplanung für Aktionswoche im April:
Freitag, 26.2., 16 Uhr im AStA


 

NRW-Vernetzungstreffen:
28. Februar, 13 Uhr in Dortmund


Inhaltliches Bildungsstreikplenum: Di, 2.3.2010 im DGB-Haus
Gemeinsam mit Schüler_innen, Studierenden und Interessierten


Bologna-Gipfel: 11.-14.3.2010 in Wien
Internationaler Alternativgipfel und Gegenproteste geplant.


 

"Wir zahlen nicht für eure Krise" 20.3.2010, Demo mit Bildungsstreiblock in Essen


Termine der Arbeitskreise
Findet ihr hier.

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